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Passionspiele Sömmersdorf

Vom Hosianna bis zum Halleluja

   

Passion aus Leidenschaft

Aus der Chronik erfahren wir die Ursprünge der Sömmersdorfer Passionsspiele: Spielfreude und der Wunsch nach einer größeren Aufgabe für die Theatergruppe des Gesangvereins, gefördert durch einen fähigen Lehrer, waren die äusseren Beweggründe für das große Spiel.

Das Heilige Jahr 1933 zur Erinnerung an das Leiden und Sterben Jesu vor 1.900 Jahren gab den Anstoß für die Wahl eben dieses religiösen Themas der Passion Jesu. 

 

Sömmersdorfer Eigenarten

Wie jedes andere Passionsspiel hat auch das Sömmersdorfer seine Eigenarten. Da ist die Atmosphäre der von hohen Waldbäumen umgebenen Freilichtanlage. Das Spiel kann sich auf der Innen- und Vorbühne in vielen Szenen entfalten und behält doch seine Übersichtlichkeit und Geschlossenheit.

Kunstvolle musikalische Ausgestaltung durch eigenen Chorgesang und Orchester wie anderswo kann hier nicht geboten werden, wohl aber ein abwechslungsreiches und engagiertes Spiel der Laiendarsteller, die dem Zuschauer in lebendiger, anschaulicher Weise das Drama des Leidens und Sterbens Jesu vor Augen führen wollen.

 

 
Aus dem 'Hosianna' beim Einzug Jesu in Jerusalem wir sehr schnell ein 'Kreuzige ihn'.
Aus dem "Hosianna" beim Einzug Jesu in Jerusalem wir sehr schnell ein "Kreuzige ihn".

 

Die Geschichte des Jesus von Nazareth endet nicht am Kreuz

Das Sömmersdorfer Passionsspiel bringt besonders das dramatische Geschehen damals in Jerusalem zur Geltung. Es beginnt am Palmsonntag mit dem Jubel beim Einzug Jesu in die Heilige Stadt. Die eindrucksvolle Szene der Zustimmung und Begeisterung findet am Karfreitag ihre negative Entsprechung: Aus dem "Hosanna" wird die Forderung: "Ans Kreuz mit ihm!" Der umjubelte Heiland und Messias wird zum verratenen, geschlagenen, verspotteten, unschuldig verurteilten, gekreuzigten "Gottesknecht".

Doch am Ende steht der Sieg des Auferstandenen über den Tod, und das mächtige "Halleluja" ist gläubiges und dankbares Bekenntnis zum Handeln Gottes an Christus und an uns.

Auf diesem Hintergrund will das Passionsspiel Darsteller und Zuschauer gleichermaßen einladen, am Geschick Jesu teilzunehmen, sich von seinem Weg, der durch den Tod in die Osterherrlichkeit führte, ergreifen zu lassen und ihn mitzugehen.

Prälat Bernold Rauch, Präses der Passionsspiele 1986 - 1997

 

Die Passion geht weiter

Die Passionsspiele in Sömmersdorf wurden 1935 von den damaligen Machthabern verboten und erlebten erst 1957 wieder eine Neuinszenierung. Dorflehrer Halbig leitete die Spiele bis zum Jahre 1983. Danach führte Prof. Paul Sonnendrücker aus Straßburg mit Barbara Zorn aus Bad Schwalbach Regie bei der Sömmersdorfer Passion. Seit 1998 liegt die Regie in den Händen von Barbara Zorn.

Etwa 400 der ca. 640 Ortseinwohner wirken bei den Aufführungen mit. Im Jahre 2008 besuchten rund  30.000 Zuschauer die Aufführungen und in der fünfundsiebzigjährigen Geschichte haben fast 300.000 Menschen den Weg nach Sömmersdorf gefunden.

Schirmherr der Spiele ist seit dem Jahr 2008 Bischof Dr. Friedhelm Hofmann aus Würzburg.

 

Der Hohe Rat verurteilt Jesus zum Tod am Kreuz.
Der Hohe Rat verurteilt Jesus zum Tod am Kreuz.